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Herzkolumne Oktober 2017

Selbsterfahrung Holotropes Atmen
Werden & Sterben

Langsam lande ich wieder in der Realität. Es schmerzt überall, mein Körper hat sich verausgabt, jeder meiner Muskeln, jedes Organ ist gerade spürbar. Auch mein Geist zeigt sich zurückgezogen in der ersten integrativen Zeit. Die Leere beschwingt mich allerdings. Mein Herz ist erfüllt von Nähe und Offenheit, von Liebe und Zärtlichkeit. Mir wird wieder klar vor Augen geführt, wie wichtig eine Umarmung von Herzen, ein mit Liebe erfülltes Lächeln für jeden Menschen doch ist. Durch die Prozesse der letzten Tage fließt die Energie in neuen Bahnen durch meinen Körper, es sortiert sich mein ganzes Energiefeld neu. Ich spüre, das Schreiben bringt mir die Klarheit, derer es nun bedarf. Ich kann sagen, es ist transformierend und erkenntnisreich, zwei vierstündige holotrope Atemsitzungen im kurzen Abstand hintereinander zu durchlaufen.

 

Immer tiefer tauche ich ein in die Erfahrung von Werden und Vergehen. Überall rund um mich der Tod, das Sterben, der Schmerz, die Tränen, die Trauer. Die Angst, diesen Zustand nicht wieder los zu werden, nicht loslassen zu können, dem Verstorbenen seine eigene Reise in andere Dimensionen zu gönnen, egal wie jung, egal wie besonders die gemeinsame Zeit auch gewesen sein mag, ist herausfordernd für mich. Nun sind sie in den anderen Dimensionen unterwegs, so wie vielleicht auch die Erfahrenden auf der Matte bei einer holotropen Atemsitzung, nur kehren sie wieder zurück im Gegensatz zu den Verstorbenen. Meine Ahnen sind mir innerlich nah, auch meine verstorbenen Seelenverwandten kommen in ihre Präsenz sehr nah an mich heran und ich genieße die Liebe zu meiner Großmutter, meiner Seelenmutter, meinem Seelenbruder und vielen weiteren Lichtwesen, welche mir Halt und Vertrauen schenken.

 

Die erste der beiden transpersonalen Atemsitzungen beginnt mit der inneren Vision, wo mir die Augen meines Lebensgefährten Stefan erscheinen. Ich sehe seine wundervoll strahlenden, tiefen Augen, mit offenem Herzen leuchten sie mir entgegen. Abwehr taucht in mir auf, Abwehr mich erneut dem Thema Mann und Frau zu stellen. Nach einiger Zeit verlieren die Augen etwas an Größe und ich kann die leuchtend weiße Schlange in ihrem Umriss wahrnehmen. Sie ist nicht mehr in mir. Sie schaut mich an. Erinnerungen tauchen auf, begleitet von plötzlich punktuellen Schmerzen entlang der Wirbelsäule. Vergangene Beziehungen werden in der Wirbelsäule sichtbar. Beim Steißbein erinnere ich mich an eine dieser Beziehungen, als mein Vertrauen und meine Verbindung zur Weiblichkeit komplett verschwunden ist. Ich fühlte mich benützt, meiner Liebe beraubt und aus mir herausgepresst. Als Dank begegnete mir Abwertung. Ich wurde schwach, so schwach, dass ich nicht mehr flüchten konnte und wie in der Kindheit mit Krankheit antwortete. Ich erkenne das Opfer, welches ich mir als Rolle zuteilte. Die Liebe zu meinem damaligen besten Freund rettete mich aus diesem tiefen Loch. Seine Schmetterlinge voll Liebe gaben mir die Kraft aufzutauchen und durch die Veränderung zu gehen. Ein Umzug stand an, der Weg in die Freiheit sollte vorbereitet sein. Ich kannte diese Freiheit nicht, hatte Angst und Freude zugleich, der Einsamkeit zu begegnen.

Tatsächlich habe ich mir beim Snowboarden mit diesem Mann das Steißbein gebrochen. Wurde damals von ihm nicht ernst genommen, ausgelacht und alleine im sonnenlosen Tal zurückgelassen bis zur Abreise. Es war schmerzvoll auf allen Ebenen durch diese Erfahrung zu gehen. Wenn ich an diese Beziehung denke, so trafen sich Höhenflüge an Liebe mit Tiefgängen voller Wut, Zorn und Hass. Denn so schlimm es manchmal erschien, so stark war das Band der Liebe, welches uns immer wieder in abenteuerliche Ekstase versetzte. Die Erinnerungen verschmelzen in die weiße Schlange hinein, zu meiner Verwunderung, stärkend. Die Schlange wird größer. Ich treffe durch schmerzende Stiche in der Wirbelsäule noch mehr Erinnerungen, die große Brüche in meiner Weiblichkeit ausgelöst haben. In Summe wird mir klar, dass jede Beziehung meine weiße Schlange wachsen lies. Ob nun mit mehr Höhen oder mehr Tiefen, jede Erfahrung stärkte sie, bis die Schlange in meiner Vision zur Größe einer leuchtenden Boa wird.

 

Auf Höhe des Herzzentrums begegne ich meiner Mutter. Ich sehe, wie ihre schwarze Schlange aus meiner alle Weiblichkeit herausschlägt. Dann sehe ich, wie die Schlange meiner Großmutter die Weiblichkeit aus meiner Mutter heraustreibt bis sie erstarrt. Von Traurigkeit erfüllt, begegnen mir jede Menge an Szenen aus meiner Kindheit, verletzende und prägende Erinnerungen, die meine Gefühle zum Männlichen unterbinden.

 

Doch auch all diese Traurigkeit in mir und all der Vertrauensverlust in die Männlichkeit lässt die weiße Schlange noch heller strahlen und größer werden. Sie bittet mich, ob sie mir Halt geben, mich umschlingen, umarmen und umhüllen darf. Ich spüre die männliche Kraft dieser Schlange, fühle mich hingezogen und nehme dankbar an. Eingerollt in Embryonalstellung bildet sich ein Lichtkokon aus der weißen Schlange um mich. Dieser wächst heran, gibt mir genug Raum um von der männlichen Kraft geschützt und gehalten zu werden, ja sogar darin tanzen zu können. Doch ich entdecke, es tanzt nichts in mir. Die schwarze Schlange ist regungslos still, erstarrt und kalt. Die Leere begegnet mir. Einsam und doch mit allem vereint spüre ich den männlichen Halt der mich gerade noch am Leben hält. Erkenne seine Kraft dankbar an und gebe mich der Leere hin.

 

Plötzlich ein Funkenschlag, explosionsartige Blitze fahren von der Außenwand des Lichtkokons ins Innere, in die Leere. Alles erhellt sich und meine weiblichen Ahnen zeigen sich, umarmen mich von hinten und bringen Stück für Stück Lebendigkeit ins Innere des Kokons. Mir kommt in den Sinn, eine Befruchtung findet statt. Die weibliche Leere wird durch die männliche Kraft lebendig.

 

Als schwarze Schlange finde ich mich plötzlich wieder in einem Tanz mit der weißen Schlange. Beide, nun gleich groß und voller Leben, erfreuen wir uns am liebevollen Energieaustausch.

 

Als der Atem in der Sitzung auf Automatik umstellt wird es leicht. Unbemerkt atme ich tief weiter, wie auch der normale Atem, ohne jede zusätzliche Kraft, den Körper immer ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Nur in dieser Atemsitzung sollte es besonders tief sein. Ich atme während dieser vierstündigen Sitzung beschleunigt, rhythmisch und nach einiger Zeit von Bauchlage in Seitenlage eingerollt. Ganz besonders dankbar bin ich für den leichten Atemfluss, da ich intensiven körperlichen Einsatz gewohnt war. Dankbar, geliebt und gehalten zu sein, schließe ich die Reise mit einer Zeichnung ab.

 

Ich fühle mich stark und ganz. Zufrieden genieße ich die Gruppengemeinschaft, die vielen offenen Herzen, die mir begegnen.

 

Die Schlangen sind befreit. Beschwingt sause ich in der Mittagspause mit meinem Mountainbike durch die mystischen Wälder rund um den Holzöstersee. Viele Pilze, Farne, Moos und Wasser machen die Landschaft nicht nur für meine Augen zu einem zauberhaften Erlebnis, auch mein inneres Kind erfreut sich an der Geschwindigkeit, mit der ich über Wurzeln und durch Matschlacken hindurchfahre. Fast schwebend auf dem lockeren Untergrund zieht es mich tiefer und tiefer in den Wald. Ich mache eine Pause und sehe vor mir die Reste eines toten Vogels. Aus einem Impuls heraus nehme ich zwei Federn mit. Der Rest wandelt sich weiter zurück in die Einheit mit Mutter Erde.

 

Meine zweite Atemsitzung beginnt. Gleich mit den ersten tiefen Atemzügen lande ich in einer Vision. Die Eule lockt mich in den dunklen Wald. Ich komme nicht hinterher. Sie ruft. Ich kann ihr nicht hinterher kommen. Etwas hält mich fest. Meinem Geist ist es nicht möglich zu entkommen. Dunkle Schichten trüben die Sicht, klebrig und schwer halten sie mich zurück. Es schmerzt im Brustkorb. Blitzartige Stiche schießen durch meinen Körper. Einer dieser Blitze erstarrt zu einer schwarzen Pfeilspitze in meiner Brust. Mein Körper beginnt unkontrollierte Bewegungen zu machen, Töne und Laute von sich zu geben. Meine Muskulatur krampft. Ich spüre die totale Erschöpfung kommen. Ich bitte um Hilfe! Mit Körperarbeit von Außen löst sich der Schmerz im Brustkorb. Ich liege erschöpft da. Wieder spüre ich diese Leere, doch diesmal umarmt von einem der begleitenden Therapeuten. Ich werde gehalten und mit männlicher Unterstützung konnte ich ganz hindurch gehen. Die innere Vision startet wieder. Ich erkenne mich als tote Eule am Boden liegend wieder. Die Leere, es ist der Tod. Deshalb konnte ich der mütterlichen Eule in den tiefen dunklen Wald nicht folgen. Ich bin eine tote Eule. Doch in diesem Moment werde ich leicht, beginne meine Flügeln auszubreiten und fliege der großen Eule hinterher. Zurück bleiben zwei Federn, überkreuzt als Zeichen meines Todes und gleichzeitig der Leichtigkeit des Geistes.

 

Tief tauchen wir ein in den Wald. Ich fliege zwischen den Bäumen hindurch. Nahe dem Boden streift mein Flügelschlag über die zarten Blätter des Farns. Ich erinnere mich an meine Mountainbike Tour. Ähnlich leicht, nur ohne Bodenkontakt, fühlt sich dieses Flug-Abenteuer an. Die große Eule deutet mir an, ihr wieder zu folgen. Ihr kräftiger Körper, ihre starken Flügel beeindrucken mich. Ich fliege ihr nach. Angst macht sich bemerkbar. Dunkel und kalt wird es rund um mich. Ich spüre die Todesnähe wieder kommen. Die Eule führt mich in einige Erinnerungen zurück, welche mir die Zusammenhänge für das schwere Loslassen von Verstorbenen verdeutlichen. Dann das Erleben, auf innerer Reise als tote Eule leicht und voller Lebendigkeit hinter der großen Muttereule zu fliegen. Das hat ja sehr wenig Trauriges an sich, denke ich mir. Wenn ich über den Tod hinaus blicke, seiner Transformation Bewunderung schenke, so wird er zu einem Höhenflug auf transpersonaler Ebene. Egal was ich bin, ich bin es und zugleich auch nicht. Ich kann alles sein, mich wandeln, und doch finde ich mich immer wieder in der so fülligen Leere wieder.

 

Ein Schmerz durchfährt meinen Oberkörper. Ein weiterer erstarrter Blitz steckt in meiner Brust. Meine verstorbene Großmutter erscheint mit den Worten: „Bitte um Hilfe, sonst wirst du sterben.“ Wieder bin ich die Eule im toten Körper. Doch etwas scheint noch zu pochen, ein Funke an Leben ist da, denn ich spüre Schmerz. Ich bitte um männliche Unterstützung. Direkter Druck auf die Verspannung mit Gegendruck meinerseits löst so einen großen Schmerz in mir aus das ich mich darin verliere. Nach kurzer Zeit gebe ich mich erschöpft dem Umstand, als Eule zu sterben, hin. Doch wieder in diesem Moment hebe ich voller Lebendigkeit ab, kann der großen Eule folgen, diesmal nicht in den tiefen Wald, sondern in den tiefblauen Himmel kurz vor dem Morgen. Es wird heller, der Wald hinter uns, die Weite und der freie Flug vor uns. Ich erfreue mich am Fliegen. Das innere Kind lebt auf und ein Looping folgt dem anderen. Da, ich sehe meinen Körper auf der Matte liegen. Erschöpft und regungslos liegt er da. Im Himmel lese ich die Worte: „Ich bin tot.“ Mir wird sofort bewusst, der Glaubenssatz darf gehen und somit verwandelt er sich in „Ich lebe!“ und im nächsten Moment schnappt mich die große Muttereule, um den Flug zur verlorenen Seelenenergie anzutreten. Und da zappelt sie, eine kleine schwarze Babyschlange. Vorsichtig bringen wir sie zurück zu meinem Körper, der immer noch regungslos auf der Matte liegt. Die kleine Schlange schlüpft über das Kronenchakra in die große dunkle Schlange entlang meiner Wirbelsäule hinein und erfüllt diese mit Lebendigkeit. Im gleichen Moment kommt Sylvester Walch, der Leiter der holotropen Atemsitzungen, und legt seine Hand auf meine Kopfmitte. Von väterlich liebevollem Lachen getragen, integriert sich mein junger Seelenanteil. Es braucht noch die ganze Nacht, bis die große schwarze Schlange in mir durch die kleine schwarze Schlange aus der Starre erwacht, mit der weißen Schlange zu tanzen beginnt und schließlich ein bewegtes Torusfeld, durch die beiden Schlangen aktiviert, um mich spürbar wird.

 

Für die körperliche Ausrichtung braucht es noch mehr Zeit. Mein Körper verlangt nach Ruhe auf allen Ebenen. So verweile ich im Torusfeld der Vereinigung, der Vereinigung von Gegensätzen im ewigen Kreislauf von Sterben und Werden, der Vereinigung von Mann und Frau und ihrer resultierenden Lebendigkeit.

 

Aho,
Anna

 

 

2 Kommentare

  1. Veröffentlich von Eva Spreitzhofer am 31. Oktober 2017 um 00:20

    Liebe Anna. vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen. Im Besonderen wird für viele das Thema Auflösung und Neuwerdung, in das du hier eintauchst, für ihre eigene Reise in die innere Seelenlandschaft hilfreich sein.
    Ich wünsche dir und uns allen die weitere sanfte Befreiung von Altlasten aus unseren Speichern und die Versöhnung mit dem Leben in all seinen Erfahrungen. Gerade das hat sich dir in den schmerzhaften Episoden durch das Wachsen und Gestärktwerden deiner Energieströme (Schlangen) ja so schön bildhaft gezeigt. Danke für dein Bewusstmachen einer gelungenen Integration von verborgenen inneren Konflikten.
    Jeder einzelne, der sich mutig auf diese Reise nach Innen begibt, trägt dazu bei, dass sich immer mehr Licht und Leichtigkeit, Freude und Schönheit auf diesem Planeten ausbreiten können.
    Ich freu mich schon auf das nächste Atem-Abenteuer. Eva

    • Veröffentlich von Anna am 31. Oktober 2017 um 08:18

      Danke liebe Eva für deine wundervollen Worte! 🙂

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